Symptome und Krankheitsverlauf der MS

Symptome und Krankheitsverlauf der MS

Die Multiple Sklerose zeigt sich bei jedem Betroffenen anders. Je nachdem, an welchen Stellen es in Gehirn und Rückenmark zu einer Entzündung kommt, treten unterschiedliche Symptome auf.1 Außerdem werden die Schwere der Symptome und der Verlauf der Krankheit davon beeinflusst, wie ausgeprägt die Entzündung ist und wie oft sie aufflammt. Deshalb wird MS häufig als Krankheit der tausend Gesichter bezeichnet.

SYMPTOME
Einige Anzeichen der Krankheit sind für das Umfeld nicht unmittelbar sichtbar und werden von Außenstehenden manchmal als vorgetäuscht abgetan. Lasse Dich davon nicht irritieren. Nur weil andere Deine Symptome nicht sehen können, sind diese nicht weniger schwerwiegend.

Zu den möglichen Symptomen gehören:

Symptome Übersicht

MS und Depressionen
Eine Depression ist eine häufige Begleiterscheinung bei MS. Aufgrund verschiedener Studien schätzt man, dass die Hälfte der Betroffenen im Laufe ihres Lebens an einer Depression leidet. Es ist jedoch noch unklar, ob die Depression eine direkte Folge MS-bedingter Nervenschäden ist oder durch die Belastung der Krankheit verursacht wird.

SCHÜBE
Typisch für MS ist das Auftreten von sogenannten Krankheitsschüben. Man spricht von einem Schub, wenn sich bekannte Symptome verschlechtern, neue Symptome auftauchen oder bisher nicht erkennbare Nervenschäden offenkundig werden. Ein weiteres Merkmal eines Schubes ist, dass dieser Zustand über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden anhält.

Die Liste der möglichen Beschwerden bei einem Schub ist lang. Einige Beispiele sind anhaltendes Kribbeln, Lähmungen der Gliedmaßen, Bewegungseinschränkungen, Sehstörungen oder Schmerzen.

Die Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten. Meist entwickeln sich die Beschwerden während eines Schubes innerhalb von Stunden oder Tagen zurück. Sie können aber auch mehrere Wochen anhalten.2,3

KRANKHEITSVERLAUF
Wie die Symptome kann auch der Verlauf der Krankheit ganz unterschiedlich ausfallen.

Krankheitsverlauf RRMS

Die meisten Menschen mit MS weisen einen von Experten als schubförmig remittierende MS (RRMS) bezeichneten Krankheitsverlauf auf. Dabei lassen sich einzelne Krankheitsschübe abgrenzen. Die Länge der Schübe wie auch die Zeit zwischen den Schüben kann dabei sehr unterschiedlich sein.

Krankheitsverlauf PPMS

Die primär progrediente MS (PPMS) ist eine fortschreitende Form ohne Schübe, bei der die Symptome kontinuierlich stärker werden. Selten können im späteren Verlauf zusätzlich Schübe auftreten.

Krankheitsverlauf SPMS

Bei der sekundär progredienten MS (SPMS) beginnt die Erkrankung zunächst schubförmig und gleicht der RRMS. Später bilden sich die Symptome zwischen den Schüben nicht mehr vollständig zurück, sondern werden allmählich stärker. Im späteren Verlauf lassen sich einzelne Schübe nicht mehr unbedingt unterscheiden.

Abbildung: Zunahme der körperlichen Beeinträchtigung für die drei Verlaufsformen der MS (modifiziert nach Friedrich D. Multiple Sklerose – das Leben meistern. Stuttgart: TRIAS, 2008)1

Zeit ist ein wichtiger Faktor
Bei der Mehrheit der Menschen mit MS (rund 85 %) wird zunächst die RRMS diagnostiziert. Forscher gehen davon aus, dass sich bei 8 von 10 Betroffenen im Krankheitsverlauf daraus eine SPMS entwickelt.4 Eine frühzeitige Therapie kann diesen Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Nervenschädigungen minimieren.5

Referenzen

  1. Friedrich D. Multiple Sklerose – das Leben meistern. eBook. Stuttgart: TRIAS, 2008
  2. Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft. www.dmsg.de, letzter Zugriff: 13.12.2019
  3. Giovannoni G et al. Brain health: time matters in multiple sclerosis. Mult Scler Relat Disord 2016; 9(Suppl. 1): 5–48