3 Min. Lesezeit

Caro nimmt jede Hürde und meistert das Leben mit MS

Caro

Alles begann Mitte der 90er-Jahre, kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes. Caro bemerkte erste Anzeichen wie Taubheitsgefühle in den Beinen, doch die Ärzt*innen fanden keine eindeutige Ursache. Erst 2004, nach einem langen Weg durch fachärztliche Praxen und Untersuchungen, erhielt sie die endgültige Diagnose: Multiple Sklerose (MS). Für die damals alleinerziehende Mutter war Aufgeben jedoch keine Option. Sie kämpfte sich beharrlich durch ihren Berufsalltag und fand trotz aller Widrigkeiten immer wieder neue Kraft.

Der lange Weg zur Diagnose und die Kraft, weiterzumachen

Die Diagnose war zuerst ein Schock, aber gleichzeitig auch eine Erleichterung. „Endlich hatte das Kind einen Namen“, beschreibt Caro den Moment. Statt zu verzweifeln, informierte sie sich umfassend und wurde Mitglied in einer Selbsthilfegruppe. Doch der Weg gestaltete sich alles andere als einfach. Eine schwierige familiäre Situation belastete sie zusätzlich, und die MS, so sagt sie, „nahm daraufhin richtig Fahrt auf“. Symptome wie Sehnervstörungen, extreme Fatigue und eine deutlich eingeschränkte Gehfähigkeit traten immer häufiger auf. Im Jahr 2012 folgte die nächste Diagnose: die sekundäre progrediente MS (SPMS).

Caros Botschaft für andere Menschen mit MS

Caro hat gelernt mit der Diagnose zu leben. Für sie bedeutet Akzeptanz nicht aufzugeben, sondern die Realität anzunehmen, um handlungsfähig zu bleiben. Sie hat gelernt, Hilfsmittel wie den Rollstuhl nicht als Niederlage, sondern als Werkzeug für mehr Freiheit zu sehen. Diese Einstellung erlaubt es ihr, sich auf das zu konzentrieren, was möglich ist, anstatt dem nachzutrauern, was nicht mehr geht. Es ist dieser pragmatische Umgang mit der Krankheit, der Caro Energie gibt, neue Pläne zu schmieden und ihr Leben aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Das zeigt sich auch darin, dass Caro in Gesprächen mit ihren Ärzt*innen aktiv Fragen stellt, um den Überblick zu behalten. Sie lässt sich nicht entmutigen, sondern bleibt dran.

Wusstest Du schon? Symptome wie fehlende Konzentration und eingeschränkte Mobilität können Anzeichen einer MS-Progression sein. Mehr darüber erfährst Du hier:
ms-perspektivwechsel.de

Caro

Caros Botschaft für andere Menschen mit MS

„Ich habe gelernt, mit der MS umzugehen. Aber man muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Es kommt niemand und nimmt einen an die Hand."

 

Die Herausforderung als Startpunkt einer neuen Passion

Die fortschreitenden Einschränkungen zwangen Caro 2016, ihren Beruf schweren Herzens aufzugeben. Doch aus diesem Tiefpunkt erwuchs eine neue Leidenschaft: das Schreiben. Auf ihrem Online-Blog „Frauenpower trotz MS“ und in ihren Büchern teilt sie seither ihre ganz persönlichen Erfahrungen. „Das Schreiben gibt mir unheimlich viel Kraft“, erklärt sie. „Ich möchte andere an meinem Wissen teilhaben lassen und ihnen Mut machen, dass das Leben auch mit MS weitergeht und lebenswert ist.“ Für Caro ist das Schreiben weit mehr als nur ein Hobby. Es ist ihre persönliche Art der Therapie, mit der sie Gedanken sortiert und die Herausforderungen des Alltags verarbeitet.

Neugierig geworden? Caros Blog „Frauenpower trotz MS“ findest du hier: frauenpowertrotzms.de

Caro

Einen freien Kopf verschafft ihr das Reisen: „Da suche ich mir immer schöne Dinge. Es ist zwar umständlicher, weil man auf vieles achten muss, aber es geht“. Ob Norwegen, die Schweiz, Teneriffa, Barcelona, kein Ort ist Caro zu umständlich. Am liebsten schnappt sie sich dann noch ihre Kamera: „Das Fotografieren funktioniert auch im Rollstuhl wunderbar“, sagt Caro. Und die vielen Schnappschüsse geben ihr zu Hause wieder Kraft, wenn die MS mal wieder die Oberhand gewinnen will.

MAT-DE-2601840-1.0-06/2026