Sportlich aktiv gegen die MS

Lachende Frau auf dem Fahrrad im Fitnessstudio

Wie sich sportliche Aktivität auf eine MS auswirkt, wird schon seit längerem an der Deutschen Sporthochschule Köln erforscht. Nun warten die Wissenschaftler mit einem überraschenden neuen Befund auf: Besonders günstig ist offenbar bei der MS ein intensives Intervalltraining.

Aus gesundheitlicher Sicht wird meist zu einem moderaten Ausdauertraining geraten. Bei der MS scheint neuen Erkenntnissen zufolge allerdings auch ein intensives Intervalltraining sinnvoll zu sein. Es kann insbesondere die Hirnfunktion günstig beeinflussen, so das Ergebnis einer Untersuchung der Kölner Wissenschaftler.

Diese haben bei MS-Betroffenen die Effekte eines hochintensiven Intervalltrainings (HIT), also einem Wechsel zwischen einem sehr intensiven Training und kurzen Erholungsphasen im Vergleich zu einem moderaten Ausdauertraining (CT) untersucht. Die HIT-Gruppe absolvierte dabei dreimal pro Woche ein Intervalltraining auf dem Fahrradergometer mit fünf Belastungsintervallen von jeweils drei Minuten und je 90 Sekunden Pause dazwischen. Im Gegensatz dazu trainierte die CT-Gruppe fünfmal pro Woche eine halbe Stunde auf dem Fahrradergometer mit moderater, konstanter Belastung.

Das Ergebnis: Bei den anschließenden Testverfahren zeigten die Teilnehmer der HIT-Gruppe bessere Ergebnisse beim Erinnerungsvermögen und bei der Konzentrationsfähigkeit als die Probanden in der CT-Gruppe. Außerdem hat die Studie ergeben, dass unter dem intensiven Trainingsprogramm weniger proentzündlich wirkende Botenstoffe gebildet und ins Gehirn gelangen können. Regelmäßiger Sport – und insbesondere ein intensives Intervalltraining – scheint somit direkt antientzündlich zu wirken und vor allem Entzündungsprozessen im Gehirn, der Mediziner spricht von einer Neuroinflammation, entgegenzuwirken. Menschen mit MS, die bis dato wenig körperlich aktiv waren, sollten vor Aufnahme sportlicher Aktivitäten unbedingt Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen.

Quelle: Zimmer et al., Multiple Sclerosis Journal 2018; 24 (12), 1635–1644 und https:// www.dshs-koeln.de/aktuelles/forschung-aktuell/archiv/nr-32017/projekte/
MAT-DE-2101382-1.0-06/2021