Gina
Gina

Mit Intervallfasten zu neuer Stärke

Gina steht mit ihren Kindern auf einem Waldweg und schaut in die Kamera

Seitdem ich chronisch an MS erkrankt bin, begleitet mich stets latent die Überlegung, was ich eventuell an meiner Lebensführung zugunsten meiner Gesundheit optimieren könnte. Manchmal sind es Ideen, die meine Psyche betreffen, an anderen Tagen fällt mir etwas ein, das meinem Körper guttun könnte. Idealerweise ist es beides. Ich empfinde, wie viele andere auch, den anstehenden Beginn der österlichen Fastenzeit außerdem jedes Jahr aufs Neue als Anlass, meine Ernährung zu überdenken.

Im ersten Coronawinter 2020/2021 ging es mir mental nicht gut – beziehungsweise verstärkte sich, was sich in dem fiesen Lockdown-Jahr angestaut hatte: Ich kompensierte all meinen Stress und meine Unzufriedenheit über die Situation mit Essen. Mit viel zu viel und viel zu ungesundem Essen. Und das machte sich nun, im Winter, überdeutlich auf der Waage bemerkbar. Tatsächlich hatte ich mir unsägliche zehn Kilo (!) Kummerspeck angefuttert!

Das machte sich nicht nur auf der Anzeige der Waage bemerkbar, sondern auch daran, dass mir von meiner Kleidung fast nichts mehr passte. Das ist sehr frustrierend. Hinzu kam das echt miese Körpergefühl. Ich fühlte mich gar nicht mehr wie ich selbst, mit all diesem Ballast, den ich permanent mit mir herumtrug.

Den Kilos an den Kragen!

Mit dem Frühling und den zunehmenden Sonnenstrahlen kam dann die Erkenntnis: So will ich nicht weitermachen, so kann es nicht bleiben. Daher suchte ich nach Möglichkeiten, wie ich mein Übergewicht auf machbare Weise loswerden konnte. Es tat mir nicht gut und ich hatte auch Sorge, dass die überzähligen Kilos sich ungünstig auf die MS auswirken könnten. Und genau das war sogar bereits der Fall: Das hohe Gewicht hatte meine Blasenproblematik verstärkt, vielleicht weil permanent eine höhere Belastung auf meinem Körper und damit auch auf der Blase lag. Auch meine mittlerweile zu engen Hosen trugen sicher ihren Teil dazu bei.

Wie also konnte ich die Kilos runterbekommen, ohne mich dabei zu überfordern? Denn eine klassische Diät würde bei mir nicht funktionieren – erfahrungsgemäß wäre einzig und allein ein gnadenlos frustrierender Jo-Jo-Effekt die Folge. Außerdem wäre ich schlecht gelaunt, wenn ich ständig nur die halbe Portion essen dürfte …

Ich brauchte eine andere Lösung – und vor allem eine, die ich gut und problemlos in meinen Alltag integrieren könnte. Eine gute Freundin von mir machte schon seit Längerem Intervallfasten und hatte bereits deutliche Abnehmerfolge erzielt. Ich fragte sie noch einmal ganz genau aus. Ihren Schilderungen nach konnte das Intervallfasten, auch „intermittierendes Fasten“ genannt, etwas für mich sein. Denn man darf mit diesem Programm jeden Tag essen, nur eben für einen bestimmten, längeren Zeitraum im Tagesverlauf nicht.

Intervallfasten im Überblick

  • Beim Intervallfasten verzichtet man für Stunden oder sogar für Tage auf die Nahrungsaufnahme.
  • Während der essensfreien Zeit sind reichlich Wasser, ungesüßter Tee und Kaffee erlaubt und sogar unbedingt erforderlich!
  • Üblich sind die 16:8-Methode oder die 5:2-Diät. Bei Ersterer wird für 16 Stunden nichts gegessen und in den übrigen acht ist Essen erlaubt. Bei Letzterer gibt es an fünf Tagen in der Woche normales Essen und an zwei Tagen wird dann drastisch reduziert.
  • Dem Intervallfasten werden viele Eigenschaften nachgesagt, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Zum Beispiel soll das Intervallfasten sogar Entzündungen im Körper reduzieren, besonders relevant für uns MSler!

Ja, Intervallfasten konnte ich mir richtig gut vorstellen! Aber 16 Stunden lang auf Essen zu verzichten, kam mir doch etwas lang vor. Daher wählte ich für mich 14:10. In meiner kostenlosen Fasten-App kann ich die Fastenintervalle einfach nach meinen Wünschen einstellen. Die App unterstützt mich ganz hervorragend bei meinem Fastenprojekt, zum Beispiel durch das Ankündigen meiner Fastenzeit oder durch Erinnerungen an das regelmäßige und ausreichende Trinken von Wasser.

Interessant fand ich, dass meine App mir immer anzeigt, in welcher Fastenphase sich mein Körper gerade befindet. Zum Beispiel in der Fettverbrennung oder in der Autophagie. Dieser Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „sich selbst verzehren“. So schlimm, wie es klingt, ist es aber nicht. Vielmehr geht es um die Fastenphase, in der die Körperzellen eigene Bestandteile abbauen und verwerten.

Ernährung ist das eine, Sport das andere

Aus meiner Erfahrung hat mir immer Sport dabei geholfen, mich besser zu fühlen und auch abzunehmen. Ich dachte mir, dass ein Training, das exakt auf mich zugeschnitten ist, jetzt das Richtige sein könnte. Deshalb gönnte ich mir ein paar Einheiten eines Einzelcoachings. Bei meinen maßgeschneiderten Übungen geht es vor allem um Pilates – zum Kraftaufbau und um meinen Körper aufzurichten.

Dieses Training empfinde ich als besonders effektiv während meiner Fastenphase, also mit leerem Magen. Das sorgt für ein besonders angenehmes Körpergefühl. Das ist meine Erfahrung mit dieser Kombination aus einer bewussten und kontrollierten Ernährungsumstellung und einem zielgerichteten Sportprogramm.

Mit den Monaten sah ich tatsächlich die Pfunde purzeln und wurde zugleich wirklich stärker! Ich konnte meinen Fünfjährigen wieder einfach so hochheben, Einkaufstüten tragen und so weiter. Außerdem besserte sich auch meine Blasenproblematik wieder. Somit kann ich nur dazu raten, aktiv an Verbesserungen zu arbeiten. Und das geht am besten mit einem Verzicht oder einer Umstellung, die man gut in seinen Tagesablauf integrieren kann.

MAT-DE-2200295-1.0-02/2022