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Mit MS durchs Leben: Aufgeben ist für Katharina keine Option

Katharina

Viele Menschen mit Multipler Sklerose (MS) trifft die Diagnose in der „Rush Hour“ ihres Lebens zwischen 20 und 40 Jahren. Sie sind jung, haben Ziele, planen vielleicht eine Familie oder möchten Karriere machen. So war es auch bei Katharina. Mit 17 Jahren zieht sie nach München, um ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Als Make-up-Artistin arbeitet sie für bekannte Labels: „Ich wollte hoch hinaus in der Modewelt“, sagt sie, doch das Leben hatte andere Pläne.

Katharinas Geschichte

Ausschlaggebend für die Diagnose war ein Schub auf dem Weg zum Oktoberfest: Katharina brach auf der Straße zusammen und konnte nicht mehr weiterlaufen. Für den Mediziner in der Familie, ihren Vater, war das ein Alarmsignal. Obwohl im MRT (Magnetresonanztomographie) zu der Zeit noch keine Läsionen sichtbar waren, ließen weitere körperliche Beschwerden dem Vater keine Ruhe. Die Diagnose kam 2012 dann nach einer Lumbalpunktion. „Ich war damals jung, gesund und sportlich, total erfolgreich im Job - und dann kam diese lebensverändernde Diagnose. Ich dachte, mein Leben ist jetzt einfach vorbei“, erinnert sich Katharina. Als Schübe ausbleiben, ihr aber eine stetige Verschlechterung bei ihrer Gehstrecke sowie Konzentrationsschwierigkeiten Probleme bereiten, steht nach kurzer Zeit fest: ihre MS hat sich in die sekundär progrediente MS-Form, kurz SPMS, gewandelt.

Wie die Erkrankung den Alltag verändert

Statt Fotoshootings und Events mit Kolleg*innen und Freund*innen standen von nun an für Katharina unzählige Arzttermine auf der Agenda. Ihr privates Umfeld litt – Freund*innen wandten sich ab, eine Beziehung zerbrach. Schnell stand für sie fest: Ein Tapetenwechsel muss her. Sie entschied sich aufs Land zu ziehen und fand über eine Dating-App ihren jetzigen Ehemann. „Mein Mann hilft mir, Dinge zu tun, die ich mir allein nicht zutrauen würde“, sagt Katharina. Hochzeit und Kind runden ihr Familienglück ab.

Diagnose SPMS – Erfahre mehr über Katharina

Im Video gibt Dir Katharina einen Einblick in ihr Leben mit der SPMS. Was hilft ihr im Alltag mit der Erkrankung und was wünscht sie sich für die Zukunft? Jetzt anschauen!

Wenn Katharina durch ihre Erkrankung eins gelernt hat, ist es nicht aufzugeben sondern auch mal um Hilfe zu bitten. Mittlerweile nutzt sie als Gehhilfe einen Laufstock. Bei der Kinderbetreuung bekommt sie Unterstützung sowohl von Freund*innen als auch von der Familie, insbesondere ihrem Ehemann: „Ich habe einen Superhelden als Mann. Er rockt alles, er hilft unfassbar viel zuhause und wir haben trotz allem richtig viel Spaß zusammen. Selbst wenn mein Laufen nicht besser wird und ich auf den Rollstuhl zurückgreifen muss, sagt er einfach nur: „Ich rolle Dich in Deinem goldenen Rollstuhl herum und wir genießen einfach das Leben.“

Katharina

„Nach der Diagnose dachte ich, dass ich nie wieder einen Partner oder Freunde finde, die mich so akzeptieren, wie ich bin. Das war für mich echt hart und heute würde ich meinem damaligen Ich gerne sagen: ‚Alles wird gut‘.“ Katharina, lebt mit SPMS

Eine Sache ist ihr besonders wichtig. Trotz des getakteten Alltags nimmt Katharina sich Zeit für sich: „Meine Woche ist vollgepackt mit Therapieterminen, aber das Malen ist mein großer Ausgleich“, erklärt sie. Katharina liebt es, Blumen und abstrakte Motive auf großen Leinwänden zu malen. Ihre Kunst schmückt nicht nur ihr Zuhause, sondern auch das ihrer Freund*innen. „Kopfhörer auf und einfach nur da sein“, beschreibt sie Momente der Ruhe und Kreativität im Atelier. Anderen Menschen mit (SP)MS rät sie: „Das eigene Umfeld ist so unfassbar wichtig. Umgebt euch mit Menschen, die euch positive Energie im Alltag schenken und euch so lieben, wie ihr seid.“

WAS IST MS IN KÜRZE

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung • Das heißt, das Immunsystem ist fehlgesteuert und richtet sich gegen körpereigene Strukturen • Es entsteht eine chronische Entzündung • Diese greift Bervenstrukturen im zentralen Bervensystem an • Dadurch wird die Weiterleitung von Signalen im Körper gestört und Körperfunktionen können beeinträchtigt werden

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