Was macht uns glücklich und zufrieden?

Drei Freundinnen, die sich lachend die Hände halten

Geld, Macht Ruhm – das alles macht uns auf Dauer nicht glücklich. Viel wichtiger sind in Deinem Leben gute Beziehungen zu Deinen Mitmenschen. Ebenso wie Körper und Geist lassen sich Beziehungen gezielt stärken. Unten findest Du einige Übungen hierzu.

Wohl dem, der ein gut funktionierendes soziales Netz um sich herum gesponnen hat. Das wirst Du bereits am eigenen Leib gespürt haben. Vor allem wenn wir krank sind, brauchen wir oftmals eine helfende Hand. Gute Beziehungen zu Deinen Mitmenschen geben Dir Kraft, Rückhalt und Sicherheit – auch im Umgang mit Deiner Erkrankung. Wichtig dabei ist, dass Du Dich sicher in der Beziehung fühlst, wenn Du Dein Innerstes teilst, dass Du entspannt sein kannst und dass Du Dich akzeptiert und geliebt fühlst. Gefühle des Glücks stellen sich dann fast schon automatisch ein – so das Ergebnis der sogenannten Grant-Studie.

Doch wie lernt man Mitmenschen kennen und knüpft mit ihnen ein gutes soziales Netz? Was muss man tun, damit flüchtige Bekanntschaften zu festen Freundschaften werden? Und wie kann es gelingen, aus solchen Beziehungen Kraft und Glücksgefühle zu entwickeln?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Aber es gibt durchaus ganz praktische Übungen. Es lohnt sich, diese einmal ernsthaft zu erproben:

  • Nimm Blickkontakt auf und schenke Deinem Gegenüber so oft wie möglich Deine volle Aufmerksamkeit: Handy weg! Wann hast Du das letzte Mal jemandem wirklich in die Augen geschaut?
  • Face to Face: Kommuniziere wenn möglich direkt mit Deinen Mitmenschen und nicht nur digital. Und auch wenn es nur per Telefon ist, die Stimme des anderen zu hören ist besser als ein Mailkontakt.
  • Kooperation statt Konkurrenz: Auch wenn man eigentlich gerne der Beste und Größte sein möchte, gemeinsam schafft man weit mehr als alleine.
  • Behalte ein offenes Herz für andere: Wirf öfter mal einen zweiten Blick auf eine Person, die Du eigentlich vorschnell schon in eine Schublade packen wolltest.
  • Begegne Menschen, die Dir zufällig über den Weg laufen, bewusst: Grüße den Nachbarn und den Postboten und lächele den Joggern im Park zu.
  • Engagiere Dich ehrenamtlich für eine Gemeinschaft oder für Benachteiligte: Schon die Pfadfinder wussten um die Bedeutung der täglichen guten Tat.
  • Schaffe gemeinsame Erinnerungen: Ein zusammen erlebter Kinofilm, ein Frühstück im Café um die Ecke, es gibt viele Möglichkeiten, gemeinsam gute Momente zu erleben.
  • Nimm Dir Zeit: Selbst wenn der Alltag stressig ist, solltest Du Dir Zeit für Deine Familie und Deinen Freundeskreis nehmen.
  • Geben und Nehmen: Erleichtere Deinen Mitmenschen den Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen oder bei der Kinderbetreuung. Wer anderen hilft, steht im Bedarfsfall selbst nicht alleine da.
  • Kontaktiere frühere Freunde: Manchmal führt uns das Leben ein wenig auseinander. Melde Dich einfach mal bei Freunden und Bekannten, von denen Du lange nichts gehört hast.
  • Fahr mal wieder weg: Lerne dabei neue Seiten an Dir und auch an Deinen Mitmenschen in einer anderen Umgebung kennen.
  • Sei aktiv: Ob Fitness-Studio, Walking-Pfad oder Schwimmbad. Du wirst Mitmenschen finden, die ebenso wie Du selbst Spaß an Bewegung haben.

Apropos

Die Grant-Studie

Bei der Grant-Studie handelt es sich um eine Langzeituntersuchung, in der die Lebensgestaltung einer Stichprobe von Männern analysiert wird. Die Studie läuft seit 1938 an der medizinischen Fakultät der Harvard Universität unter dem Titel „Harvard Study of Adult Development“. Sie ist nach dem Sponsor der Studie, dem Kaufhaus-Millionär William Thomas Grant, benannt. In der Untersuchung werden 268 Harvard-Absolventen der Jahrgänge 1939 bis 1944 begleitet und regelmäßig zum Thema „Glück“ befragt. Die Grant-Studie wurde dabei mit der Glücks-Studie kombiniert, in der gezielt Männer aus den ärmsten Vierteln von Boston befragt werden. Das Ergebnis der beiden parallelen Studien: Vor allem gute Beziehungen zu anderen Menschen lassen uns insgesamt glücklicher, zufriedener, gesünder und auch länger leben. Dabei ist nicht die Zahl der Freunde und Follower in den sozialen Medien entscheidend. Wichtiger ist vielmehr die Qualität der Beziehung. Website zur Studie: www.adultdevelopmentstudy.org

 

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