Für Angehörige – Unterstützung bei der MS-Therapie

Unterstützung bei der MS-Therapie

So unterschiedlich die Folgeerscheinungen der MS sind, so verschieden ist auch die Behandlung der Erkrankung. Die Therapie wird deshalb individuell zugeschnitten. Dabei werden verschiedene Anwendungen wie Physiotherapie, Medikamente und andere unterstützende Maßnahmen miteinander kombiniert. Das oberste Ziel der Therapie ist, die Krankheitsaktivität nachhaltig einzudämmen. Angehörige können Menschen mit MS bei der Behandlung auf verschiedene Weise unterstützen.

Unser Gehirn ist recht flexibel und kann Beeinträchtigungen lange ausgleichen. Deshalb fallen Veränderungen im Alltag, die durch die MS verursacht werden, manchmal nicht auf. Das heißt, selbst wenn keine Anzeichen oder Symptome zu beobachten sind, kann die Krankheit aktiv sein und voranschreiten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind deshalb sehr wichtig. Du kannst Deinen Angehörigen zu Kontrollterminen begleiten oder ihn darin unterstützen, daran zu denken.

Neue Symptome sollten dem behandelnden Arzt zeitnah mitgeteilt werden, selbst wenn die Veränderungen nur kurzzeitig aufgetreten sind. Sei selbst aufmerksam. Falls Du neue Symptome an Deinem Angehörigen beobachtest, kannst Du das ansprechen. Vielleicht fallen Dir Veränderungen auf, die Dein Angehöriger noch nicht wahrhaben will. Sprich behutsam über Deine Beobachtungen und achte darauf, dass Du keine Symptome unterstellst.

Zu zweit zum Arzt
Besonders am Anfang kann es hilfreich sein, wenn ein vertrauter Mensch den Betroffenen zum Arzt begleitet. Vier Augen und Ohren sehen und hören mehr als zwei. Als „neutraler Beobachter” fällt es Dir vielleicht leichter, Rückfragen zu stellen, schwierige Themen anzusprechen oder darum zu bitten, Zusammenhänge genauer zu erklären. Denn der Besuch beim Arzt kann Deinen Angehörigen sehr belasten. Hier kannst Du eine echte Stütze sein. Stehst Du dem Menschen mit MS sehr nahe, sind diese Termine sicher auch für Dich nicht einfach. Deshalb solltest Du darauf achten, Deine Grenzen zu wahren. Gemeinsam geht aber vieles leichter. Falls Ihr es schwierig findet, mit dem Arzt über bestimmte Themen zu sprechen, helfen vielleicht folgende Tipps:

  • Macht vor dem Gespräch Notizen: Notiert alle Fragen, die Ihr im Gespräch besprechen möchtet.
  • Versucht doch mal ein Rollenspiel – so könnt Ihr üben, was Ihr dem Arzt sagen möchtet.
  • Nehmt Aufzeichnungen mit (zum Beispiel das Therapietagebuch Deines Angehörigen), um sie mit dem Arzt durchzugehen.
  • Habt keine Angst, Entscheidungen des Arztes zu hinterfragen.

Dranbleiben und weitermachen
Auch Du kannst einen wichtigen Teil zu einer erfolgreichen MS-Behandlung beitragen, denn Medikamente müssen regelmäßig und langfristig angewendet werden, damit sie wirken. Welche Unterstützung dem Menschen mit MS hilft, damit er die Therapie konsequent durchführt, ist individuell verschieden. Besprich deshalb mit Deinem Angehörigen, was ihm helfen würde. Das kann von der Erinnerung an die Einnahme bis hin zur Recherche über aktuelle Therapiemöglichkeiten reichen.

Das Leben ist dynamisch – sowohl medizinische als auch persönliche Aspekte können sich verändern. Fortschritte in der Forschung können neue Behandlungsmöglichkeiten bieten. Deshalb kannst Du mit Deinem Angehörigen auch über seine persönliche Situation, Erwartungen und Herausforderungen bei der Therapie sprechen und ihn in Abstimmung mit dem Arzt bei der Auswahl einer geeigneten Therapie unterstützen.

Lebensqualität – das Thema ist in aller Munde
Was bedeutet hohe Lebensqualität? Meist wird darunter alles zusammengefasst, was einem Menschen ermöglicht, ein gutes Leben zu führen: von guter Ernährung über ein schönes Heim bis hin zu Freunden und ausreichend Geld. Dabei setzt jeder unterschiedliche Prioritäten. Möchtest Du die Lebensqualität von Dir und Deinem Angehörigen steigern? Dann solltet Ihr Euch zwei Fragen stellen:

  • In welchen Bereichen gebt Ihr Euch einfach mit einer Situation zufrieden?
  • Was müsste geschehen, um diese Situation zu verbessern?

Hin und wieder gewöhnen wir uns an Umstände und nehmen sie als gegeben hin. Es lohnt sich aber, immer wieder zu prüfen, ob sich eine Situation ändern lässt. Denn was vor einer Weile gültig war, kann sich mittlerweile geändert haben. Vielleicht gibt es heute Lösungen für Aufgaben, die bis vor Kurzem nicht zur Verfügung standen. Es lohnt sich also, dranzubleiben und Entscheidungen oder Umstände zu hinterfragen.

Bleibt informiert, denn vor allem neue Therapieoptionen oder innovative Hilfsmittel können zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

GZDE.MS.20.01.0012