Eltern sein mit Multipler Sklerose – nach der Geburt

Eltern sein mit Multipler Sklerose

Zwar kannst Du Dich schon während der Schwangerschaft auf die neue Situation vorbereiten, aber wenn es dann so weit ist, ist wahrscheinlich doch vieles anders als gedacht. Da heißt es, entspannt und flexibel zu bleiben.

Damit Du diesen aufregenden Lebensabschnitt in Ruhe genießen kannst, hilft auch hier etwas Planung. Es ist gut, frühzeitig zu überlegen, wie die Aufgabenteilung in der Kinderbetreuung aussehen kann. Ein engmaschiges und kompetentes Netzwerk aus Hebammen, Ärzten, Großeltern, Freunden und Nachbarn kann Dir nach der Geburt helfen.

Unsere Tipps:

  • Organisiere eine Nachsorgehebamme, die Dich nach der Geburt zu Hause betreut.
  • Sorge für Unterstützung im Haushalt für die ersten Tage nach der Geburt und bitte Deine Familie oder Freunde um Hilfe.
  • Eine Haushaltshilfe kann zur Entlastung im Alltag beitragen. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten diese Möglichkeit an.1

Stillen oder nicht?
Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Ob Du stillen möchtest oder nicht, ist Deine persönliche Entscheidung. Darauf verzichten musst Du wegen Deiner Erkrankung nicht.

MS-Therapie in der Stillzeit
Die meisten MS-Medikamente sollten in der Stillzeit nicht oder nur eingeschränkt eingenommen werden.2 Auch hier gibt es keine allgemeingültige Empfehlung. Stimme Dich mit Deinem Neurologen über das beste Vorgehen für Deine Situation ab. Nach dem Abstillen oder falls Du Dich gegen das Stillen entschieden hast, solltest Du Deine MS-Medikamente möglichst rasch wieder einnehmen. Ein früher Wiedereinstieg in die Therapie kann das Schubrisiko nach einer Schwangerschaft senken.

Stillen und Schübe
In den ersten drei Monaten nach der Geburt steigt das Risiko, einen MS-Schub zu bekommen. Stillen kann dieses Risiko reduzieren.3 Forscher erklären den Zusammenhang zwischen Stillen und reduzierter Schubrate mit dem Hormonhaushalt: Ausschließliches Stillen zögert den Beginn des weiblichen Zyklus und die erste Menstruation nach der Geburt hinaus. Sobald die Menstruation einsetzt, setzt auch die höhere Schubgefährdung wieder ein. Warum das so ist, konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Bei einem Schub in der Stillzeit solltest Du umgehend Deinen Neurologen aufsuchen und über Behandlungsmöglichkeiten sprechen.

Quellen:

  1. Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V), Gesetzliche Krankenversicherung, (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477), § 38 Haushaltshilfe
  2. Alroughani R et al. Pregnancy and the Use of Disease-Modifying Therapies in Patients with Multiple Sclerosis: Benefi ts versus Risks. Mult Scler Int 2016: 1034912
  3. Vukusic S et al. Pregnancy and multiple sclerosis (the PRIMS study): clinical predictors of post-partum relapse. Brain 2004; 127(Pt 6): 1353–60
GZDE.MS.20.01.0012